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Das Therapeutische Potential des Toten Meeres


von

DR. PETER MANSFIELD

M.A., M.B., B.CHIR., CERT.G.A.M., M.I.PSI.MED.


(übersetzt aus dem Englischen)



Das Tote Meer

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Einleitung

I
nnerhalb weniger Jahre wird es für Patienten mit hartnäckigen Leiden gebräulich werden, sich in besonderen Heilzentren spezialisierter Behandlung zu unterziehen. Dies trifft bereits auf viele an Psoriasis und Ekzem Leidende zu, die zur Heilung ans Tote Meer reisen. In manchen Ländern wird diese kostengünstige Option von Krankenkassen aktiv gefördert.

Immer mehr Menschen interessieren sich für unkonventionelle Formen der Medizin, vor allem in Problembereichen. Rheumatoide Arthritis und Psoriasis repräsentieren zwei solcher Leiden von denen 5-15% der Bevölkerung befallen sind. In England ergibt das eine Patientenschaft von etwa 2 Millionen die geheilt werden sollten, deren Behandlung jedoch unzureichend ist.

Der Autor dieser Arbeit ist ein Familienarzt mit 25 Jahren Erfahrung im Britischen Nationalen Gesundheitsdienst, der sich auf Naturtherapien spezialisiert hat. Im Gegensatz sur Schulmedizin, deren Hauptaufgabe meist eine reine Bekämpfung von Krankheiten ist, verfolgt Dr. Mansfield kostengünstige, gesundheitsfördernde Behandlungsmethoden. Aus diesem Grund ist er auch Direktor des Templegarth Trust, einer medizinischen Forschungsorganisation die sich einer wirklichen, holistischen Förderung der Gesundheit verschrieben hat. Während seiner Teilnahme an der First International Dead Sea Conference war er beeindruckt von der hohen Zahl der Hotelgäste die aus medizinischen Gründen ans Tote Meer gereist waren. Die meisten kommen von Übersee, viele davon regelmäßig über viele Jahre. Zahlreich sind vor allem Dänen, Schweden, Russen, Holländer, Deutsche, Österreicher und Schweizer deren heimische Krankenkassen für die Kosten der medizinischen Kuren aufkommen.

Anschließend studierte Dr. Mansfield die internationale Fachliteratur und entdeckte eine Anzahl von deskriptiven Arbeiten in serösen medizinischen Fachblättern. So waren z.B. von 1975-1981 bereits 7% aller dänischen Psoriasispatienten in Behandlung am Toten Meer. Andere Arbeiten beschreiben die eindrucksvollen Resultate der Behandlung von rheumatischer Arthritis am Toten Meer. Beide Krankheiten sind häufig in England, dennoch läßt ihre normale Behandlung viel zu wünschen übrig. In seiner eigenen Ordination hat der Autor darufhin natürlichen Schwarzschlamm und Mineralsalze aus dem Toten Meer mit besten Erfolgen angewendet. Im November 1993 unternahm er eine Studienreise zu den Heilzentren der jordanischen Küste des Toten Meeres, wo allein der Heilschlamm allerhöchster Qualität zu finden ist.


Grundsätzliches

D
as Tote Meer besitzt ein einzigartiges Klima und Umweltbedingungen die ganz besonders der Behandlung von Psoriasis zugute kommen. Dermatologen heben dabei hervor, daß für die Behandlung dieser Krankheit das volle Ausmaß von Liegebädern und Schwarzschlammpackungen für die Dauer von 28 Tagen unbedingt erforderlich ist. Das heutige Kurzentrum an der jordanischen Küste des Toten Meeres ist daher fast ausshließlich der Behandlung von Hautkrankheiten gewidmet, wobei die Mehrzahl der Patienten aus Deutschland stammt. Ekzem und Psoriasis sind aber ein Problem in ganz Europa. Sicher werden in Zukunft mehr und mehr Patienten der Behandlung am Toten Meer zugeführt werden.

In der Fachliteratur über Therapien am Toten Meer finden sich aber auch bedeutende Arbeiten über Schwarzschlammbehandlung rheumatischer Arthritis. Es erscheint, daß gute Resultate bei einem hohen Prozentsatz der Patienten mit Ganzkörperpackungen von Schwarzschlamm erzielt werden können, wobei eine Behandlungsdauer von 14 Tagen empfohlen wird. Auch für rheumatische Leiden wäre daher ein Kuraufenthalt am Toten Meer äuserst empfehlenswert. Rheumatische Arthritis ist in Europa eine echte Problemkrankheit für welche konventionele Heilmethoden nicht nur wirkungslos, sondern sogar gefährlich sein können. Die Begleiterscheinungen der Medikation erzeugen oft lebensbedrohende Komplikationen die weitere Behandlung verhindern. Für diese Gruppe von Patienten bietet sich daher Schwarzschlammtherapie am Toten Meer als wertvolle Alternative an. Außerdem kann die Kur mit originalem Schwarzschlamm aus dem Toten Meer relativ leicht in Europa vorgesetzt werden.

Die natürliche Heilkraft des Toten Meeres ist also bis zu einem gewissen Grad exportierbar. Die Mineralsalze und Schwarzschlammprodukte werden für therapeutische und kosmetische Anwendungen nach verschiedenen Ländern exportiert. Ein geringes Exportkontingent nach England im Jahr 1993 fand sofort reißenden Absatz.


Das Tote Meer

Das Tote Meer verdankt seine Entstehung einem Grabenbruchsystem das vom Jordantal durch den Golf von Aqaba und das Ganze Rote Meer reicht und sich dann über das äthiopische Hochland nach Süden erstreckt, bis zu der Mündung des Sambesi. Der Bruch ist in aktiver tektonischer Bewegung und der Boden des Toten Meeres senkt sich immer weiter ab. Er liegt zur Zeit 400m unter der Wasseroberfläche, welche bereits mit 392m unter dem Meeresspiegel des Mittelmeeres den tiefsten Punkt auf Erden bildet. In einem mehr oder weniger kontinuierlichen Strom quellen aus der Tiefe der Bruchspalte ständig Mineralsalze und Naturteer an die Oberfläche. Manche Autoren betrachten den Grund des Toten Meeres daher als einen Unterwasservulkan. Diese heißen Salz und Teerabscheidungen mischen sich mit dem Wasser des Jordan und einiger Quellen. Die Mineralien lösen sich und erzeugen ein Meerwasser, das 7-10 mal salzreicher ist als das der Ozeane, während wasserunlösliche Beimischungen plus Naturteerderivate jenen Schwarzschlamm bilden der den Boden des Toten Meeres bedeckt. [Eine Analyse der Wirkstoffe finden Sie hier.]

Der Südteil des Toten Meeres ist flach. Ungeheuer starke Verdunstung erzeugt dort riesige Mineralsalzablagerungen und Schwarzschlammkonzentrationen, deren Qualität an manchen Orten der jordanischen Küste wesentlich besser ist als an allen anderen Stellen.


Das Klima

Auf Psoriasis spezialisierte Dermatologen heben neben der Spezialbehandlung am Toten Meer auch die Vorteile des dortigen Klimas hervor. Die Lufttemperatur ist durchgehend warm mit durchschnitlichen Tageshöchsttemperaturen von 32C im Sommer und 19C im Winter. Schwarzschlammbänken und Wasseroberfläche können jedoch leicht 40C erreichen. Der Luftdruck ist mit 1050-1066 Millibar hoch und der Sauerstoffgehalt der Luft zeigt eine Erhöhung um 10%. Die Luftfeuchtigkeit ist mit 27% im Sommer und 38% im Winter recht niedrig, aber die ungeheure Evaporation erzeugt am späteren Morgen einen Dunstschleier über dem Meer, der 50% der schädlichen Ultraviolett-B-Strahlen herausfiltert. Die Stärke des Sonnenlichts ist über die ganze Breite des Spektrums abgeschwächt, eine Tatsache die therapeutisch von großem Nutzen ist. Während diese Besonderheiten Kuraufenthalte am Toten Meer attraktiv machen,könnten manche davon auch anderswo dupliziert werden.


Behandlung von Hautkrankheiten

D
ie überwiegende Mehrheit der Besucher kommt an das Tote Meer zur Behandlung von Hautkrankheiten. Bei einer idealen Therapiedauer von 4-6 Wochen wird eine Erfolgsquote von 85% erzielt. Die Behandlung besteht aus langsam länger werdenden Sonnenbädern zweimal täglich, und änlichen zeitabschnitten von Liegebädern in Meerwasser. Weniger häufig werden Schwarzschlammpackungen verwendet, gefolgt von Behandlung mit Badeöl. Nach Ablauf von 4 Wochen hat sich der Zustand der meisten Patienten spektakulär verbessert, Publizierte Erfolgsraten für Psoriasis schwanken zwischen 77% - 96%. Die wohltätigen Auswirkungen der Kur halten mehrere Monate an und verlängern sich noch während der Sommermonate.. Aus diesem Grund nutzen viele Nordeuropäer die Wintermonate zur Behandlung am Toten Meer.


Behandlung von rheumatischer Arthritis

W
eniger beschäftigt hat sich die medizinische Forschung mit den therapeutischen Möglichkeiten des Toten Meeres für die Behandlung rheumatischer Leiden. Ein Forscherteam der Universität der Negev hat jedoch zwei eindrucksvolle Arbeiten auf diesem Gebiet publiziert. Darin wird besonders die Verwendung von Ganzkörperpackungen mit Schwarzschlamm des Toten Meeres hervorgehoben. Jeder Patient erhält täglich eine Schwarzschlammpackung für 20 Minuten, die mit 42C aufgetragen und durchwegs warmgehalten wird. In manchen Fällen erhielten die Patienten auch ein Liegebad von 20-30 Minuten in Seewasser des Toten Meeres. Die Behandlungserfolge waren auch hier spektakulär, mit einer besonders eindrucksvollen Reduktion aller Formen von Muskel- und Gelenkssteifheit, Gehbeschwerden, Griffschwäche und Gelenksschwellungen. Faktische Prozentsätze konnten in der Fachliteratur nicht gefunden werden, doch ist aus persönlicher Kommunikation mit Praktikern auf eine generelle Erfolgsrate von 75% zu schließen.


Heimbehandlungen

S
chwarzschlamm aus dem Toten Meer ermöglicht eine äuserst effiziente Behandlung erkrankter Hautpartien im eigenen Heim, ohne, oder mit sehr geringer Überwachung durch den Arzt. Schwarzschlamm wird angerührt, in einen Mettalltopf gefüllt und die Oberfläche mit einer dünnen Wasserschicht bedeckt um Austrocknen zu verhindern. Im Wasserbad wird dann auf etwa 45C erhitzt, eine Temperatur die sich bei Handprobe heiß anfühlt, aber nicht verbrüht. Dieser Schlamm wird auf betroffene Hautpartien aufgetragen und mit einem ebenfalls erwärmten Tuch bedeckt. Dieses Tuch muß dann während der ganzen zehnminütigen Dauer der Behandlung alle 30 Sekunden durch Auftragen kleiner Mengen heißen Wassers warm und feucht gehalten werden. Danach wird die Schlammpackung abgewaschen. Diese Behandlung kann täglich durchgeführt werden, meist sind jedoc h 2-3 Anwendungen pro Woche ausreichend. Sollten die behandelten Hautstellen zu sehr austrocknen, kann die Behandlung für einige Tage ausgesetzt werden.

Schmerzende Gelenke können auf gleiche Weise Ebenfalls mit Schwarzschlammpackungen behandelt werden. Die besten Resultate werden jedoch erzielt wenn nicht das Gelenk allein, sondern gleichzeitig größere Körperpartien, wie z.B. Bauch oder Rücken mit Schwarzschlamm behandelt werden. Es sind vor allem rheumatische Beschwerden bei denen der wohltuende Heilprozess durch Schwarzschlammbehandlung am meisten geschätzt wird

Ebenfalls therapeutisch wertvoll, aber wesentlich einfacher in der Anwendung sind warme Bäder mit den Mineralsalzen des Toten Meeres. Sie zeigen dieselben wohltätigen Auswirkungen wie die Liegebäder an Ort und Stelle, im Seichtwasser des Toten Meeres.

Für beide Problembereiche, Hautkrankheiten wie auch rheumatische Leiden hat sich Heimbehandlung also bestens bewärt. Die günstigsten Ergebnisse werden erzielt, wenn nach einem Kuraufenthalt am Toten Meer die Behandlung zu Hause fortgesetzt wird.

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